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Der Kräuterbuschen-ein jahrhunderte alter Brauch

 

Wir Menschen verwenden seit urdenklichen Zeiten Kräuter als Würz-oder Heilmittel.Ihre Wertschätzung bekundet ein über die Jahrhunderte hinweg entstandenes Brauchtum.

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist bereits seit dem 6.Jahrh. als "Großer Frauentag" bekannt. Seit etwa 1000 Jahren werden an diesem Tag Kräuter geweiht. Die Heilkraft der Kräuter, oder vielmehr Ihre magische Kraft, war schon in vorchristlicher Zeit bekannt. Die Kräuter wurden nicht nur als Heilmittel verwendet, sondern auch als Mittel zur Dämonenabwehr in den Wohnungen aufbewahrt oder verbrannt. So haben von jeher Kräuter ihre eigene Symbolik, die im Volksglauben tief verwurzelt war. Die Kirche nahm den heidnischen Brauch auf und legte als Tag der Kräuterweihe den Tag  "Maria Himmelfahrt" fest. Die Verbindung zu Maria erklärt sich aus der symbolischen Bezeichnung Marias als "Blume des Feldes und Lilie der Täler"

(Hoh.Lied 2,1). Auch die Legende, wonach das Grab Mariens mit Blumen gefüllt war, mag eine Rolle spielen. Der geweihte Kräuterbuschen findet seinen Platz im Herrgottswinkel, oder wird am Dachfirst aufgehängt. Manchmal wird er als Aufguß für das Vieh verwendet. Nach der Überlieferung sollte der Kräuterbuschen 7 oder 9 oder gar 33 oder 77 oder 99 Kräuter enthalten.

Das sind "Heilige Zahlen". Die Zahl 3 ist die Zahl Gottes, der Heiligen Dreifaltigkeit, dreimal die Zahl 3 ergibt die Zahl 9.Das bedeutet höchste Vollkommenheit, Durchbruch zum Neuen (Christus)

in der Sprache:neu=neun. Die Zahl 7 ist die Zahl des Menschen, eine magische Zahl, durch nichts

teilbar und kommt in vielen Märchen vor, wie die 7 Zwerge, 7 Fliegen auf einen Streich, Siebenmeilenstiefel, usw...... . Folgende bei uns heimische Kräuter finden im Kräuterbuschen Verwendung .

Heilkräuter: Königskerze sie ist der Mittelpunkt  des Kräuterbüschels, Johanniskraut, Schafgarbe,

Rainfarn, Wermut, Kamille, Spitzwegerich, Wegwarte, Zinnkraut, echte Goldrute, Hirtentäschelkraut, wolliger Alant, Wundklee, Augentrost, gelbes und weißes Labkraut, Frauenmantel, Mariendisteln, Schöllkraut, kleines Weidenröschen, Leinkraut, Huflattich, Lavendel, Baldrian, Pfefferminze, Holunder, Ringelblume,......

Gewürzkräuter: Liebstöckel, Borretsch, Dill, Zwiebelblüte und Knoblauch, Majoran, Rosmarin, Estragon, Salbei, Beifuß, Melisse, Thymian,.....

Auch dürfen unsere heimischen Getreide wie Roggen, Hafer, Weizen und Gerste nicht fehlen.

Einige Gartenblumen wie Malven, Rosen, Dahlien oder Gladiolen können den Kräuterbüschel schmücken. Nach altem Brauch wird der Kräuterbuschen mit einer dünnen Gerte vom Haselstrauch gebunden. Sie soll angeblich blitzabwehrende Kräfte besitzen.

 

Informationen von Inge Gerg Teisendorf